Waldbrandgefahrenstufe 4:

Aktiver Brandschutz des Waldes durch Ă€ußerste Vorsicht und weitere EinschrĂ€nkungen!

BeschrĂ€nktes Betretungsrecht: In Waldgebieten sollten öffentliche Straßen und Wege, sowie Waldwege aller Arten nicht verlassen werden.

Die Forstbehörde kann ausgewiesene ParkplĂ€tze, sowie touristische Einrichtungen im Wald sperren, sowie weitere Maßnahmen zum Schutz des Waldes einleiten.

ZustĂ€ndige Behörden treffen ggf. zusĂ€tzliche Brandschutzmaßnahmen.

Nehmen Sie RĂŒcksicht!
Brandenburg verfĂŒgt ĂŒber eine WaldflĂ€che von rund 1,1 Mio. ha (37 Prozent der LandesflĂ€che). In Anbetracht der extrem hohen Brandgefahr sollte alles unterlassen werden, was zu einem Brand im Wald und in der Feldflur fĂŒhren könnte. Der kleinste Funke kann eine Katastrophe auslösen. Menschliches Handeln verursacht mehr als 90 Prozent aller WaldbrĂ€nde mit bis zu 99 Prozent der WaldbrandschadflĂ€chen. Blitze sind die einzige “natĂŒrliche” Ursache fĂŒr das Entstehen von WaldbrĂ€nden.

Die gebotenen Vorsichtsmaßnahmen sind unbedingt einzuhalten. Ordnungswidrigkeiten können gemĂ€ĂŸ Waldgesetz (Vorschrift § 23) mit einer Geldbuße bis zu 20.000 Euro geahndet werden.

Rauchen im Wald und in der Feldflur unterlassen!

Im und am Wald (Mindestabstand 50 m) kein Feuer entzĂŒnden!

Keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto werfen!

Melden Sie bitte alle bemerkten BrĂ€nde unverzĂŒglich der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110).

Informieren Sie sich bitte vor jedem Waldbesuch ĂŒber die aktuelle Situation.

Vorbeugender Waldbrandschutz
Fragen und Antworten zum richtigen Verhalten

Was bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen?

Durch Waldbrandgefahrenstufen wird auf einer Skala von 1 bis 5 die unterschiedliche Gefahr fĂŒr die Entstehung eines Waldbrandes dargestellt. Dabei bedeutet 1 sehr geringe Gefahr, 2 geringe Gefahr, 3 mittlere Gefahr, 4 hohe Gefahr und 5 sehr hohe Gefahr.

Warum erfolgt die Angabe der Waldbrandgefahr nicht mehr als Waldbrandwarnstufe?

2014 wurde eine bundeseinheitliche Darstellung der Waldbrandgefahr beschlossen. Die bis dahin in den neuen BundeslĂ€ndern ĂŒblichen Waldbrandwarnstufen I bis IV wurden durch die Waldbrandgefahrenstufen 1 bis 5 abgelöst. Auch der Deutsche Wetterdienst verwendet diese Skalierung.

Auf welcher Grundlage erfolgt die Angabe der Waldbrandgefahr?

Die Waldbrandgefahr ist vor allem von der Witterung und der Vegetation abhÀngig. Der Deutsche Wetterdienst errechnet an Hand dieser Werte den sogenannten Waldbrandgefahrenindex (WBI) und leitet daraus die Waldbrandgefahrenstufen ab.

In welcher Zeit erfolgt die Darstellung der Waldbrandgefahr im Internet?

Die Waldbrandgefahrenstufen werden jedes Jahr in der Zeit vom 1. MÀrz bis 30. September im Internet veröffentlicht.

Wie oft werden die Waldbrandgefahrenstufen im Internet aktualisiert?

Die Aktualisierung erfolgt immer mit Beginn eines Tages um 0.00 Uhr und gilt dann fĂŒr 24 Stunden.

Kann fĂŒr die Folgetage eine Prognose zur Waldbrandgefahrenstufe abgegeben werden?

Da die Berechnung vor allem auch von Witterungsdaten abhĂ€ngig ist, erfolgt im Internet immer nur die Angabe fĂŒr den aktuellen Tag. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht auf seiner Internetseite auch Prognosewerte fĂŒr die Folgetage. Diese werden aber im Tagesverlauf aktualisiert und sind nicht verbindlich.

Wie sind die Gebiete fĂŒr die Waldbrandgefahrenstufen abgegrenzt?

Die Waldbrandgefahrenstufen werden immer fĂŒr einen gesamten Landkreis festgelegt.

Welche EinschrÀnkungen und Verbote gibt es bei den jeweiligen Waldbrandgefahrenstufen?

Aus den jeweiligen Waldbrandgefahrenstufen ergeben sich keine unterschiedlichen EinschrĂ€nkungen oder Verbote fĂŒr Waldbesucher. Waldbrandgefahrenstufen stellen die unterschiedliche Gefahr fĂŒr die Entstehung eines Waldbrandes dar und sollen die Bevölkerung fĂŒr diese Gefahr sensibilisieren.

Ist das Rauchen und AnzĂŒnden von Feuer nur bei erhöhter Waldbrandgefahr verboten?

UnabhĂ€ngig von der Waldbrandgefahr ist es in Brandenburg das ganze Jahr ĂŒber verboten im Wald und in einem Abstand von weniger als 50 m vom Waldrand entfernt ein Feuer anzuzĂŒnden oder zu rauchen. Dazu gehört auch das Grillen an Seeufern in WaldnĂ€he (§ 23 (1) LWaldG).

Darf der Wald bei Waldbrandgefahrenstufe 4 oder 5 betreten werden?

Zum Zwecke der Erholung ist das Betreten des Waldes grundsĂ€tzlich jedermann gestattet. Von diesem Grundsatz kann in AusnahmefĂ€llen abgewichen werden. Ab Waldbrandgefahrenstufe 4 kann durch die untere Forstbehörde der Wald fĂŒr das Betreten gesperrt werden, wenn dies zum Schutz des Waldes oder seiner Besucher notwendig ist. Davon wird jedoch nur in AusnahmefĂ€llen Gebrauch gemacht. Im Falle einer Sperrung wird der Wald an den ZugĂ€ngen entsprechend durch Schilder gekennzeichnet (§ 23 (2) LWaldG).

Kann ich bei Waldbrandgefahr auf meinem GrundstĂŒck in WaldnĂ€he Feuer im Freien anzĂŒnden oder grillen?

Das Waldgesetz verbietet Feuer in einem Abstand von weniger als 50 Metern zum Waldrand. Das Waldgesetz sieht fĂŒr einen begrenzten Personenkreis Ausnahmen vor. So mĂŒssen z. B. Nutzungsberechtigte auf ihren GrundstĂŒcken nur einen Abstand von 30 Metern zum Waldrand einhalten, wenn sie ausreichend vorbeugende Brandschutzmaßnahmen ergreifen. Bei Waldbrandgefahrenstufe 4 oder 5 gelten diese Ausnahmeregelungen aber nicht mehr (§ 23 (1) LWaldG).

Darf der Wald bei Waldbrandgefahr befahren werden?

Das Befahren der WĂ€lder mit Kraftfahrzeugen ist unabhĂ€ngig von der Waldbrandgefahr grundsĂ€tzlich verboten. Ausnahmen gelten fĂŒr die Bewirtschaftung des Waldes und die AusĂŒbung der Jagd (§ 16 LWaldG).

Können Kraftfahrzeuge bei Waldbrandgefahr im oder am Wald geparkt werden?

Parken ist im Wald nur auf ausgewiesenen WaldparkplĂ€tzen gestattet. Zum Schutz des Waldes und der Bevölkerung kann die untere Forstbehörde diese ParkplĂ€tze bei hoher Waldbrandgefahr sperren. Es ist darauf zu achten, dass Kraftfahrzeuge nicht ĂŒber trockenem Gras abgestellt werden. Heiße Fahrzeugteile (z. B. Katalysatoren) werden schnell zur ZĂŒndquelle. Zufahrtswege zum Wald mĂŒssen fĂŒr Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr immer freigehalten werden.

Was kann ich tun, wenn ein Brand ausgebrochen ist?

UnverzĂŒglich die Feuerwehr (Notruf 112) oder die Polizei (Notruf 110) anrufen. Teilen Sie mit wo es brennt, was brennt (Bodenfeuer oder schon die Baumkronen) und ob Menschen in Gefahr sind.

Ist das Abbrennen von Feuerwerken bei Waldbrandgefahr gestattet?

Der Umgang mit Feuer im Wald bzw. in der NĂ€he von Wald (50 m) sowie der Umgang mit brennenden oder glimmenden GegenstĂ€nden richtet sich nach den Regelungen des § 23 LWaldG. Die in Absatz 1 genannten Verbote beziehen sich auch auf das AnzĂŒnden und Abrennen von Feuerwerkskörpern. Dies bedeutet, dass weder ZĂŒndort, noch mögliche Flugbahn des brennenden Flugkörpers, noch der Explosionsort einschließlich des niedergehenden Funkenfluges weniger als 50 m an den Waldrand heranreichen darf. Um eine WaldbrandgefĂ€hrdung durch Feuerwerkskörper auszuschließen ist also ein wesentlich grĂ¶ĂŸerer Abstand als 50 m vom Wald einzuhalten. UnabhĂ€ngig von der aktuellen Waldbrandgefahrenstufe muss deshalb beim Abbrennen eines Feuerwerks ein so großer Abstand gewĂ€hlt werden, dass wĂ€hrend aller Phasen des Brennvorgangs ein Abstand von 50 m zum Wald gewĂ€hrleistet ist.

Welche Regelungen gibt es zu Fluglaternen?

UnabhÀngig vom Abstand zum Wald oder der jeweiligen Waldbrandgefahrenstufe besteht in Brandenburg ein generelles Verbot zum Betrieb von Fluglaternen. Geregelt ist dies seit 2010 in der Fluglaternenverordnung. Danach ist es nicht gestattet unbemannte Ballone aufsteigen zu lassen, bei denen die Luft im Balloninneren mit Brennstoffen erwÀrmt wird.

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